Die Hormonspirale

Hormonspirale Fibro plant jaydessDie Hormonspirale ist ein Intrauterinpessar welches kontinuierlich Gestagen (Levonorgestrel) in der Gebärmutter der Frau freisetzt um eine Schwangerschaft zu verhüten und starke Regelblutungen zu behandeln. Im Gegensatz zu den herkömmlichen hormonfreien Intraunterinpessaren, wird die Hormonspirale auch als Intrauterines System bezeichnet.
Die Hormonspirale besteht aus einem 3 x 3cm großen T-förmigen Plastikträger mit einem zylinderförmigen Hormonreservoir, welches sich am senkrechten Teil der Trägers der Hormonspirale befindet. Das Levonorgestrel (Gestagen) wird hierdurch in einer konstanten Menge (20 bzw. 14 µg/ 24 Stunden) in der Gebärmutter freigesetzt.
Die verhütende Wirkung der Hormonspirale ist durch das Levonorgestrel gegeben, welches eine Verdickung des Gebärmutterhalsschleims bewirkt und somit für Spermien undurchlässiger wird. Darüber hinaus wird auch die Beweglichkeit der Spermien gehemmt und die Bedingungen für die Einnistung einer Eizelle durch die Veränderung der Gebärmutterschleimhaut erschwert. Die Eireifung und der Eisprung werden beeinflusst und bleiben bei einem Teil der Frauen sogar ganz aus.
Die Verhütungssicherheit von der Hormonspirale (MIRENA®) ist hoch, ihr Pearl-Index liegt bei 0,2 - 0,7.  Die Hormonspirale kann für 5 Jahre in der Gebärmutter verbleiben ohne Wirkungsverlust oder –verringerung. Die Hormonspirale muss von einem Arzt eingelegt werden, die Kosten hierfür betragen zwischen 280 bis 400 Euro.

Modelle der Hormonspirale

Die erste Hormonspirale wurde 1996 in Deutschland zugelassen. Und auch bis heute gibt es noch nicht sehr viele unterschiedliche Modelle der Hormonspirale. Zum einen gibt es die Hormonspirale MIRENA ® (T-förmiges Intrauterinsystem mit Levonorgestrel), seit März 2014 gibt es die kleinere Version der Hormonspirale Jaydess® (kleineres T-förmiges Intrauterinsystem mit Levonorgestrel), momentan noch in der Testphase befindet sich die Rahmenlose Hormonspirale FibroPLant® (angelehnt an die rahmenlose Kupferkette, jedoch mit einer Levonorgestrelhaltigen Faser anstelle der Kupferhülsen) und Skyla® welches nur in den USA erhältlich ist (etwas kleiner als Mirena® aber auch T-förmig).Hormonspirale Mirena jaydess fibroplant

Hormonspirale für wen?

Durch das Levonorgestrel-Depot der Hormonspirale, wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verringert. Dies kann von besonderem Vorteil bei sehr starken Regelblutungen oder bei einer Östrogen-Ersatztherapie in den Wechseljahren sein. Auch wird die Hormonspirale bei Endometriose oder sehr starken Menstruationsbeschwerden angewendet.

Für wen ist die Hormonspirale nicht geeignet?

Die Hormonspirale ist nicht für Frauen mit eingeschränkter Leberfunktion, Lebeschäden oder Lebertumoren geeignet. Aufgrund der relativ großen Größe des Plastikträgers ist die Hormonspirale auch nicht das Verhütungsmittel erster Wahl für junge Frauen und Frauen die noch nicht geboren haben.
Bei vorausgegangener Thrombose oder Neigung zu Gefäßerkrankungen, häufigen Unterleibsinfektionen oder bei einem erhöhten Risiko für eine Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten, sollte ein anderes Verhütungsmittel in Betracht gezogen werden. Das Brustkrebsrisiko ist unter Verwendung der Hormonspirale erhöht (vergleichbar mit dem Risiko unter der Verwendung hormoneller Kombinationspräparate).
Kurz nach der Geburt ist das Verletzungsrisiko der Gebärmutterwand erhöht, daher sollte mit der Einlage einer Hormonspirale mindestens drei Monate gewartet werden. Während der Stillzeit werden laut Hersteller 0,1% der Levonorgestreldosis vom Kind über das Stillen aufgenommen (laut Studie wird es für unwahrscheinlich gehalten, dass dies die Entwicklung des Kindes negativ beeinflusst).
Frauen mit angeborenen Herzkrankheiten, Herzklappenfehlern, Diabetes oder irregulären Blutungen sollten die Hormonspirale nur unter strenger Indikationsstellung verwenden.

Vorteile der Hormonspirale

Für einige Frauen wird die Menstruation durch die Hormonspirale schwächer, kürzer und weniger schmerzhaft. Bei 20% der Anwenderinnen bleibt die Blutung nach einigen Monaten der Anwendung fast ganz aus oder tritt nur noch gelegentlich auf. Das empfinden manche als sehr großen Vorteil. Jedoch kann es wie bei der Kupferspirale auch bei der Hormonspirale zu Schmierblutungen durch die Kontaktfläche der Querarme mit der Gebärmutterschleimhaut kommen. Da nur Gestagene durch die Hormonspirale freigesetzt werden, ist sie durchaus auch für Frauen mit einer Östrogenunverträglichkeit geeignet. Im Vorfeld sollte jedoch getestet werden, ob die Patientin gut auf Gestagene reagiert und diese verträgt.

 

Nachteile und Nebenwirkungen der Hormonspirale

Nebenwirkungen HormonspiraleGerade während des Einsetzens der Hormonspirale und in den ersten Monaten kann es zu unvorhergesehenen Komplikationen kommen, zu diesen gehören Ausstoßung (Expulsion) der Hormonspirale (7%), ein Verrutschen der Hormonspirale und unter Umständen dadurch oder während der Einlage eine Verletzung der Gebärmutter (Perforation).  
Nebenwirkungen die unter der Hormonspirale verzeichnet werden:
-    sehr häufig: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schmerzen im Becken, Blutungsunregelmäßigkeiten, Schmierblutungen, Ausbleiben der Blutung, Vulvovaginitis, Genitalausfluss,
-    häufig: Verstimmungen, Depressionen, Migräne, Übelkeit, Akne, Hirsutismus,  Rückenschmerzen, Infektionen des oberen Genitaltraktes, Ovarialzysten, Schmerzen in den Brüsten, verstärkte Menstruationsbeschwerden, Expulsion der Hormonspirale
-    gelegentlich: Alopezie, Chloasma, Hyperpigmentierung der Haut
-    selten: Uterusperforation
-    häufigkeit nicht bekannt: Hautausschlag, Urtikaria, Angioödem, erhöhter Blutdruck, verringerte Libido, Gewichtszunahme, Wasseransammlungen, Nervosität, Streptokokken Infektion

 

 

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BzgA: http://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/weitere-hormonelle-methoden/hormonspirale/
http://de.wikipedia.org/wiki/Hormonspirale
MIRENA® Intrauterinpessar mit Hormonabgabe – Fachinformation Rote Liste
Ludwig, Michael: Hormonelle Kontrazeption – Ein Handbuch für die Praxis. Optimist Fachbuchverlag: 2009.